Unter den Bahnverwaltungen Europas nimmt die Raab-Ödenburg-Ebenfurter Eisenbahn AG eine besondere Stellung ein. Das Betriebsgebiet erstreckt sich - bedingt durch die Grenzziehung nach dem Ersten Weltkrieg - heute auf dem Staatsgebiet zweier Länder. Trotz der territorialen Trennung und der für mehr als vier Jahrzehnte nach dem zweiten Weltkrieg unterschiedlichen politischen Struktur der beiden Staaten Österreich und Ungarn, bildete die Bahn immer eine Einheit.
Volldampf auf der GySEV, der „Raaberbahn"!
Historische Farbfilmdokumentation über den Dampfbetrieb in den 70er Jahren auf den Strecken der Raab - Ödenburg - Ebenfurter Eisenbahn
Die „Raaberbahn", wie die Raab - Ödenburg - Ebenfurter Eisenbahn (ungarisch: GySEV, Györ - Sopron - Ebenfurti Vasut) fast liebevoll genannt wird, nimmt unter den europäischen Bahnverwaltungen eine Sonderstellung ein! Eine Privatbahn, deren Betriebsgebiet sich - bedingt durch die Grenzziehung nach dem Ersten Weltkrieg - auf zwei Staaten - Österreich und Ungarn - erstreckt.
Die Errichtung des „Eisernen Vorhanges", die Schließung der Grenzen der Ostblockstaaten nach Ende des Zweiten Weltkrieges erleichterte dieser Bahn die Existenz auch nicht gerade. Und trotzdem - oder gerade deswegen? - steht die Raaberbahn heute als moderner, flexibler Privatbahnbetrieb besser da denn je!
Der eiserne Sparkurs, der das Betriebsgeschehen der ROeEE / GySEV seit der Betriebsaufnahme prägte, hat sich natürlich auch in den verwendeten Fahrbetriebsmitteln wiedergespiegelt. Immer wieder mussten aus Kostengründen ältere Lokomotiven und Waggons von den Staatsbahnverwaltungen Ungarns und Österreichs angekauft werden. Das hat in früherer Zeit bei den Reisenden nicht immer Wohlwollen hervorgerufen - ganz im Gegenteil!
Für uns Eisenbahnliebhaber brachte diese Tatsache jedoch die letzte Chance, anderswo längst ausgemusterte Fahrzeuge noch im Planbetrieb zu erleben. Ab 1972 erst wurden Diesellokomotiven eingesetzt, die vollständige Umstellung auf Dieselbetrieb fand erst 1979 statt. Aber selbst danach - insbesondere bei der Elektrifizierung der Strecke Sopron - Ebenfurth - verirrte sich noch so mancher dampfbespannte Arbeits- oder Bauzug auf den österreichischen Streckenteil.
Das Trachten nach kostengünstigster Betriebsabwicklung hatte aber auch durchaus positive Seiten für die Reisenden. Schon in den 20er Jahren beschaffte die GySEV moderne Schienenbusse und Dieseltriebwagen für den Personenverkehr. Der schon zitierte Sparkurs bescherte vielen dieser abenteuerlich aussehenden Triebwagen ein langes Leben, so dass sie unseren Hobbykameramännern auch Ende der 70er Jahre noch hin und wieder vor die Linse kamen.
Doch keine Angst - das Video macht seinem Titel „Volldampf auf der Raaberbahn" alle Ehre!
Alle Dampfloktypen, die von der ROeEE in dieser Zeit eingesetzt wurden, sind vertreten: von der Reihe 520 vor schweren Güterzügen mit Schiebelok bis zur Lok Nr. 17, von der majestätischen ungarischen Schnellzugreihe 424 bis zu den allen Eisenbahnfreunden bekannten Dreikupplern der Reihe 375 in der „österreichischen Puszta", der charakteristischen Landschaft östlich des Neusiedler Sees.
Und einer unserer Kameramänner hat sich - trotz strengstem Film- und Fotografierverbot - auch hinter den Eisernen Vorhang gewagt........