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Interview mit Landeshauptmann Voves

Thema Koralmbahn & Baltisch Adriatsiche Bahnachse

Großer Bahnhof für die Koralmbahn: Die Politik feierte am Montagvormittag den Baustart für den Hauptteil des längsten Eisenbahntunnels Österreichs. Aufbruchstimmung auch für die Südbahn.

 

Ein Festzelt auf der Baustelle, mehr als 500 Gäste und die Bundeshymne im Leibenfeld in Deutschlandsberg: So sehr das Milliardenprojekt Koralmtunnel vor wenigen Monaten noch umstritten schien, so überzeugt von dessen Dringlichkeit für Österreich gab man sich am Montag, dem 28. März 2011 beim Spatenstich für den Hauptteil der 32,9 Kilometer langen Röhre. "Die Investition ist ein Gebot der Stunde. Es gibt Prognosen, dass der Güterverkehr enorm steigt, und den wollen wir nicht auf der Straße haben", ließ Verkehrsministerin Doris Bures (SP) keinen Zweifel mehr offen. Zum Dank busselte Landeshauptmann Franz Voves (SP) seine Parteifreundin gleich auf der Bühne ab. Beim Spatenstich griffen Kärntens LH Gerhard Dörfler (FPK), ÖBB-Chef Christian Kern, Strabag-Vorstand Hans-Peter Haselsteiner und Desiree Oen vom Kabinett des EU-Verkehrskommissars Siim Kallas mit an.

Historischer Tag

Auch Christian Kern (ÖBB) sprach von einem historischen Tag. Die Koralmbahn werde Teil der neuen Südbahn sein, die es dringend zu erneuern und auszubauen gilt. Mit dem Semmeringbasistunnel und dem neuen Wiener Hauptbahnhof liegt die Koralmbahn außerdem auf der Baltisch-Adriatischen Achse (BAA) von Danzig bis Bologna. 

 EU-Vertreterin Desiree Oen spendete Lob: "Diese Achse spielt eine sehr wichtige Rolle und Österreich leistet einen wesentlichen Beitrag zur räumlichen Integration Europas." Die Entscheidung, ob die BAA auch von Wien bis Bologna (und damit die Südbahn) in den Stand des prioritären Transeuropäischen Netzes (TEN-T) gehoben wird, werde vermutlich Ende Juli fallen, erklärte Oen.

Für Österreich hätte dies den positiven Effekt, dass die EU die heimischen Großinvestitionen in die Bahn mit bis zu 20 Prozent fördern würde. Aufhorchen ließ Diözesanbischof Egon Kapellari, der die Arbeitsstätte segnete. "Die Kosten dieses Projektes zu beurteilen, ist nicht Aufgabe eines Bischofs - auch nicht eines Wiener Kardinals." Gemeint war Christoph Schönborn, der 2010 die Sinnhaftigkeit des Koralmtunnels angezweifelt hatte.

 

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