Christian PettauerÖBB Projektleiter Christian Pettauer im Studio Christian Pettauer über Beginn und Fortgang des railjet Projektes. Auf der Modellbaumesse in Wien berichtet der ÖBB Proejktverantwortliche im BAHNORAMA-TV Studio über das ÖBB Mega Projekt und die kurze Realisierungszeit..
Meilensteine bei railjet-Produktion
railjet - Projekt in Rekordzeit
Das Projekt railjet stellt in vielerlei Hinsicht neue Rekorde auf. Von der Idee - sie entstand Ende 2004 aus Marktüberlegungen der Zukunft und der Tatsache, dass es für die speziellen österreichischen Verhältnisse kein wirklich geeignetes Produkt am europäischen Markt gab - bis zur Einführung im Dezember werden nur knapp 4 Jahre vergangen sein. Eine europäische Spitzenleistung wenn man bedenkt, dass Entwicklungszyklen in der Fahrzeug- oder Flugzeugindustrie bis zu 10 Jahre dauern.
Nach den Anschnitt im November 2006 ist der Startschuss für den railjet gefallen. Seither ist viel geschehen: Die ersten Teile (Untergestell, Dach, Stirnwände, Führerraumggerippe und Gerippe der Seitenwände) wurden im Siemens-Werk in Maribor (Slowenien) produziert und im Sommer 2007 nach Wien für die Endfertigung geliefert. Der erste, bereits lackierte Rohbaukasten wurde am 4. Oktober 2007 im Werk Wien der Siemens Transportation Systems präsentiert. Die österreichische Bevölkerung hat im Sommer des Vorjahres das Design des railjet ausgewählt.
railjet - Die Neuigkeiten
Bequemes Reisen wird im railjet durch ergonomische Sitze in allen Klassen zum Standard. Alle Sitze bieten Privatsphäre, ausreichend Sitzbreite und Festigkeit. Der Business-Sitz ist in Neigung und Tiefe verstellbar, verfügt zudem über Zubehör wie Fußraster, Abfallbehälter, Steckdosen und Kleiderhaken. Beim Premium-Sitz können verschiedene Sitzpositionen (Aufrechte Sitzposition zum Arbeiten und lesen, Relax-Position zum Lesen und Entspannen sowie Sleep-Position mit optimaler Entspannungsmöglichkeit durch die integrierte Beinauflage) eingenommen werden, die alle zur präventiven Gesundhaltung der Bandscheibe beitragen. Weiters gibt es Beinauflagen, Komfortkopfpolster und Laptop-Tische. Dieser Sitz ist eine absolute Neuheit am Weltmarkt und wurde speziell für den railjet entwickelt. Vor wenigen Tagen wurden diese Sitze mit dem internationalen Designpreis - dem Red-Dot-Design Award ausgezeichnet.
railjet - Die nächsten Schritte
Die komplette Fertigung (Rohbaukasten, Innenausbau, Lackierung) der ersten drei railjet-Garnituren erfolgt bei Siemens, Mitarbeiter der ÖBB-Technische Services GmbH wurden bereits eingebunden, da diese ab der vierten Garnitur die Endfertigung der Wagen übernehmen. Vor wenigen Tagen fiel der Startschuss für de Endfertigung dieser Züge im ÖBB-Werk in Simmering. Bei der Produktion wird besonders auf einen umfassenden Service -vor allem für Menschen mit Beeinträchtigung - Wert gelegt. Gebaut wird bis 2014. Die ersten railjets werden ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 nach behördlichen Prüfungen, Test- und Messfahrten von Wien nach München und von Wien nach Budapest fahren.
Taktile Elemente, Kontraststreifen an der Eingangstür, ein extra gut ausgeleuchteter und geräumiger Wendekreis im Eingangsbereich und ein Hebelift erleichtern das barrierefreie Ein- und Aussteigen. Weiters gibt es pro railjet-Garnitur drei Rollstuhlplätze, Plätze für Blinden- oder Partnerhunde, optische und akustische Fahrgastinormation und ein barrierefreies WC.
Schnellere Fahrzeiten
Grundsätzlich wird die Reisegeschwindigkeit des railjet und seines Triebfahrzeuges Taurus auf 230 km/h ausgelegt. Der railjet wird zu Beginn vor allem auf Strecken zum Einsatz kommen, die nun als Hochgeschwindigkeitsstrecken ausgebaut werden, das ist die Westbahn und die neue Unterinntaltrasse.
Zeitinformation im Zug
Der railjet setzt auch in Sachen Informationssysteme neue Maßstäbe. Fast 80 Monitore außen und innen und 140 Innenlautsprecher sorgen dafür, dass sie alle notwendigen Informationen von Ihrem Sitzplatz aus erhalten. Wann kommen wir an? Sind wir pünktlich? Wo steht mein Anschlusszug? Wartet er bei einer Verspätung? Fragen wie diese beantworten derzeit freundliche Mitarbeiter des Bordservice. Im railjet bekommen die Mitarbeiter elektronische Verstärkung. Das Servicekonzept des railjet begründet nämlich eine neue Qualität der Kundeninformation im Zug.
Einen Quantensprung stellen die neuen Infomonitore dar. Sie zeigen die wichtigsten Fahrplaninformationen in Echtzeit. Ermöglicht wird diese für Züge völlig neuartige Form der Kundeninformation durch die Systemintegration von Zugsicherungs- bzw. Informationssystemen und den 8 Bordrechnern, die in jedem railjet eingebaut sind. |